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Peter Voigt
* 1925 in Braunschweig - † 1990 in Braunschweig

Die Farbe steht (…) in seinen Bildern nie für sich selbst da, durch ihre eigene Materialität die Form ersetzend. Sie ist allerdings, mit einer Tendenz zu gebrochenen, selten lauten Tönen, ein wesentliches Bauelement in der Bildarchitektur. Ölfarbe ist das Material. Schicht auf Schicht gesetzt, geht es Peter Voigt nicht um eine allmähliche Verschmelzung der Ebenen zur tiefgründigen Räumlichkeit, sondern eher um deren ‚scheibenweise’ Aufteilung, also um die Verkürzung des Bildraums. Nichts soll ins Weite sich flüchten können. Spekulationen mit dem Endlosen, Unergründlichen werden auf diese Weise programmatisch zugemalt. Die Doppelbödigkeit der jeweiligen Szene findet immer vor aller Augen statt.

Lothar Romain, Die Tiefe an der Oberfläche, 1990

1925 geboren in Braunschweig 

1945 nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft Besuch der Werkkunstschule Braunschweig 

1946 48 Studium an der Landeskunstschule Hamburg (ab 1952 Hochschule für bildende Künste): Gebrauchsgrafik und Freie Grafik bei Erwin Krubeck und Alfred Mahlau 

1948 53 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin (ab 1975 Hochschule der Künste, ab 2001 Universität der Künste): Malerei und Kunstpädagogik bei Heinz Fuchs und Heinrich Graf Luckner 
Meisterschüleratelier 

1953 Staatsexamen 
Heirat mit Brigitte Liebold

1953 56 freiberufliche Tätigkeit
Studienreisen nach Frankreich, Italien und Schweden 

1956 63 Lehrer für Malerei an der Werkkunstschule Braunschweig (ab 1963 Staatliche Hochschule für Bildende Künste, ab 1978 Hochschule für Bildende Künste), stellvertretender Direktor

1957 Rudolf-Wilke-Preis der Stadt Braunschweig 

1963 90 Professor für Freie Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

1967 72 Rektor der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Braunschweig 

1972 78 Prorektor der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Braunschweig 

1980 (weitere Einladung für 1991) Ehrengast der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo

1988 Niedersächsisches Künstlerstipendium 

1990 gestorben in Braunschweig 


Mitglied im BBK, im Deutschen Künstlerbund und im Deutschen Werkbund


Sammlungen / Provenienzen
(Auswahl)

Arbeiten von Peter Voigt sind im Städtischen Museum Braunschweig, im Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg vertreten, im Besitz der Stadt Braunschweig und des Landes Niedersachsen sowie in Privat- und Unternehmenssammlungen und in baubezogenen Werken öffentlicher Gebäude und Institutionen erhalten.

Einzelausstellungen 

1960 Akademie Stuttgart
Kunstsammlungen der Stadt Augsburg

1961 Galerie Schmücking, Braunschweig
Galleria d’Arte Totti, Mailand
Passeggiata di Ripetta Galleria, Rom
Museen Böttcherstraße / Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen
Studio für Zeitgenössische Kunst, Landesmuseum Oldenburg

1980 Braunschweiger Künstlergalerie, Braunschweig

1981 Lister Werkstatt, Hannover

1989 Deutsches Theater, Göttingen

1990 Galerie Heide Freiberg, Braunschweig

1991 Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

1992 Rathaus der Stadt Duderstadt
Stadthalle der Stadt Nordheim

1993 Kupferstichkabinett Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

1994 Kunstverein Wolfenbüttel

1997 Kunstkreis Hameln

2000 Galerie der NORD/LB, Braunschweig

2015 Städtisches Museum Braunschweig

2020 Dominikanerkloster St. Albertus Magnus, Braunschweig

 

Gruppenausstellungen / Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 

1951 Junge Kunst in Niedersachsen, Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

1952 (ff.) Frühjahrsausstellung, Kunstverein Hannover

1953 (ff.) BBK Landesausstellung, Kunstverein Hannover 

1954 (ff.) BBK Jahresausstellung, Salve Hospes, Braunschweig
Maler auf großer Fahrt, Hamburg, Hameln, Hannover, New York
Arbeit – Soziales – Beruf in der Kunst, Kunstverein Hannover

1955 (ff.) Deutscher Künstlerbund Jahresausstellung, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Maler sehen Hannover, Kunstverein Hannover

1956 (ff.) Herbstausstellung Niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover

1959 Die Neue Generation, Kunstverein Hannover
Künstler aus Braunschweig, Kunstmuseum Thun
Maler sehen Stuttgart, Killesberg Halle, Stuttgart
Neuerwerbungen der Stadt Braunschweig 1945 - 1959, Städtisches Museum Braunschweig

1960 Bodo Kampmann, Peter Voigt, Karl Wollermann, Kunstsammlungen der Stadt Augsburg

1962 Etchings and Lithographs by Modern Masters, The Leicester Galleries, London

1963 Typomundus 20, International Center for the Typographic Arts, New York

1965 Malerei Graphik Plastik, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover

1967 Graphische Arbeiten von Professoren der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, Kulturzentrum Belgrad, Kunst-Akademie Ljubljana

1976 Stilleben heute, Galerie Querschnitt, Braunschweig

1977 Ausstellung der Hochschullehrer, Galerie der SHfBK Braunschweig
Bilder Plastik Grafik – Niedersächsische Künstler stellen aus, Schlosstheater Wolfenbüttel
Große Kunstausstellung München, Haus der Kunst, München 

1978 15 Jahre Kunsthochschule Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum, Kunstverein Braunschweig, Städtisches Museum Braunschweig

1980 Laokoon, Galerie und Werkstatt Wolfenbüttel 

1982 Alfred Mahlau und seine Schüler, Kunsthaus Hamburg, Landesmuseum Oldenburg

1983 Künstler in Niedersachsen – Ankäufe des Landes seit 1976, Kunstverein Hannover

1987 25 Jahre HBK Braunschweig, Kunstverein Hannover

1989 Künstler in Niedersachsen – Ankäufe des Landes seit 1984 bis 1989, Kunstverein Hannover, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück

1990 Profile, Impulse 4, Kunstkreis Hameln
Der Deutsche Künstlerbund in Berlin 1990 – 38. Jahresausstellung Berlin, Akademie der Künste, Akademie-Galerie im Marstall, Staatliche Kunsthalle Berlin, Künstlerhaus Bethanien, Lustgarten vor dem Alten Museum
Zeichnungen – Lehrer der HBK Braunschweig, Kunstverein Wolfenbüttel

2002 Druckgrafik nach 1945, Städtisches Museum Braunschweig

Baubezogene Kunstprojekte (Auswahl) 

1956 Wandmalereien Öffentliche Bücherei Querum, Braunschweig

1957 Bleiverglasung Krematorium Feierhalle, Braunschweig 

1959 Wandmalerei Volksschulbau Bebelhof, Braunschweig
Wandmalereien Hotel Continental, Senigallia (Italien) 

1962 Wandgestaltung Landesversicherungsanstalt, Braunschweig

1963 Wandgestaltung Bibliotheksgebäude Technische Universität Clausthal, Clausthal-Zellerfeld

1964 Wandgestaltungen Kurhaus, Bad Harzburg

1967 Wandgestaltung Finanzamt Altewiekring, Braunschweig

1970 Künstlerische Ausstattung der HAPAG-Lloyd-Schiffe Thuringia und Sidney-Express 

1973 Wandgestaltung Europa-Bad, Braunschweig

1974 Wandrelief Eingangshalle NORD/LB, Braunschweig

1975 Wandgestaltung und Orientierungssystem Grundschule Gliesmarode, Braunschweig

1976 Wandgestaltung Passage Pregelstraße der Nibelungen-Wohnbau-Gesellschaft, Braunschweig

1983 Künstlerische Ausstattung (Beteiligung) des Hapag-Lloyd-Schiffs Europa

1986 Wandgestaltungen Altenheim Ottenroder Straße, Braunschweig

 

Buchkünstlerische Arbeit

1957, 1961/62, 1981 und 1987 Künstlerbücher, Illustrationen bibliophiler Schriften

Monografische Kataloge / Publikationen


Peter Voigt
Galleria d’Arte Totti, Mailand 1961
Ulrich Gertz: Peter Voigt


Peter Voigt. Arbeiten aus vier Jahrzehnten. Bilder, Zeichnungen, Druckgrafiken
 
Verlag CW Niemeyer, Hameln 1990, ISBN 3-87585-182-X
Lothar Romain: Die Tiefe an der Oberfläche


Peter Voigt. Handzeichnungen aus den Jahren 1953 – 1989
Kunstverein Wolfenbüttel, Wolfenbüttel 1994
Rainer Mügel: Metamorphosen. Anmerkungen zum zeichnerischen Werk von Peter Voigt


Peter Voigt. Hauptsächlich: Malerei. Bilder aus der Zeit 1955 – 1990
 
NORD/LB Braunschweig (Hrsg.), Braunschweig 2000
Hermann Albert: Rede an Peter Voigt


Peter Voigt. Malerei und Graphik
Cecilie Hollberg für das Städtische Museum Braunschweig (Hrsg.), Braunschweig 2015
Andreas Büttner: Peter Voigt. Malerei und Graphik – Eine Einführung in die Ausstellung 
Cecilie Hollberg: Ein seltenes Glück…
Gerd Winner: Laudatio auf Peter Voigt

 

Kunsttheoretische Publikation

Gedanken zur Lehre der Malerei 
Peter Voigt, SHfBK Braunschweig (Hrsg.), Braunschweig 1967

 

Monografische Beiträge in (enzyklopädischen) Sammelbänden


Braunschweig – Berichte aus dem Kulturellen Leben
 
Georg Westermann Verlag (Hrsg.), Braunschweig 1961
Heinrich Mersmann: Der Maler und Grafiker Peter Voigt


Braunschweiger Stadtlexikon
 
Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.) für die Stadt Braunschweig, Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5
Peter Lufft: Voigt, Peter


Braunschweigisches Biographisches Lexikon
– 19. und 20. Jahrhundert 
Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.), Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8
Peter Lufft: Voigt, Peter


Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts
 
Arbeitskreis Andere Geschichte (Hrsg.), 2. überarbeitete Aufl., Döring Druckerei und Verlag, Braunschweig 2013, ISBN 978-3-925268-42-7
Gudrun Hirschmann: Voigt, Peter


Kataloge zu Gruppenausstellungen / Sammelbände (Auswahl)

Junge Kunst in Niedersachsen, Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig 1951

Maler auf großer Fahrt, Kunstkreis Hameln, Hameln 1954

Arbeit – Soziales – Beruf in der Kunst, IG Metall, Hannover 1954

Kunstausstellung, Landesgruppe Braunschweig BBK Nordwestdeutschlands, 

Braunschweig 1954, 1955, 1956, 1957, 1960, 1963, 1966

Deutscher Künstlerbund, Deutscher Künstlerbund, Berlin 1955

Maler sehen Hannover, Kunstverein Hannover, Hannover 1955

100 Jahre Westermanns Monatshefte, Georg Westermann Verlag (Hrsg.), Braunschweig 1956

44. Herbstausstellung Niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, Hannover 1956

Kunstausstellung Hannover 1956, Niedersächsische Künstlergruppen im BBK für Nordwestdeutschland, Hannover 1956

La Revue Moderne, Gaston Janet (Hrsg.), Paris 1957

Niedersächsische Kunstausstellung, BBK Künstlerverbände, Braunschweig 1958

Die Neue Generation, Kunstverein Hannover, Hannover 1959

Künstler aus Braunschweig, Kunstmuseum Thun, Thun 1959

Maler sehen Stuttgart, Städtische Sparkasse und Städtische Girokasse Stuttgart (Hrsg.), Stuttgart 1959

Neuerwerbungen der Stadt Braunschweig 1945 - 1959, Stadt Braunschweig, Braunschweig 1960

Niedersächsische Kunstausstellung, Niedersächsische Künstlergruppen im BBK für Nordwestdeutschland (Hrsg.), Oldenburg 1960

Etchings and Lithographs by Modern Masters, The Leicester Galleries, London 1962

123. Frühjahrsausstellung, Kunstverein Hannover, Hannover 1962

51. Herbstausstellung Niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, Hannover 1963

124. Frühjahrsausstellung, Kunstverein Hannover, Hannover 1963 

Malerei Graphik Plastik, SHfBK (Hrsg.), Braunschweig 1965

Typomundus 20 – International Center for the Typographic Arts, für Deutschland und Österreich: Otto Maier Verlag, Ravensburg1966

Grafički radovi profesora Državne visoke škole likovnih umjetnosti u Braunschweigu, SHfBK (Hrsg.), Braunschweig 1967

Deutscher Künstlerbund – 17. Ausstellung, Deutscher Künstlerbund, Berlin 1969

BBK im Gauss-Saal des Altstadthauses, BBK Landesgruppe Braunschweig, Braunschweig 1970

Kunstreport – 23. Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Deutscher Künstlerbund, Berlin 1975

Kunstreport – 24. Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Deutscher Künstlerbund, Berlin 1976

Bilder Plastik Grafik – Niedersächsische Künstler stellen aus, BBK für Niedersachsen, Wolfenbüttel 1977

Malerei –  Grafik –  Plastik –  Fotos –  Film, BBK Landesgruppe Braunschweig, Braunschweig 1977

bbk ’77, Landesausstellung des BBK für Niedersachsen, Hannover 1977

Große Kunstausstellung München, Haus der Kunst, München 1977

Staatliche Hochschule für Bildende Künste Braunschweig 1963 - 1978, Kunstverein Braunschweig (Hrsg.), Braunschweig 1978

Ein neuer Altar für die Schlosskapelle in Gifhorn, Kulturzentrum Gifhorn, Gifhorn 1979

Laokoon, Galerie und Werkstatt Wolfenbüttel, Wolfenbüttel 1980

Kunstreport – 28. Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Deutscher Künstlerbund, Berlin 1980

Künstler in Niedersachsen – Ankäufe des Landes seit 1976, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Hannover 1983

Alfred Mahlau und seine Schüler, Peter Reindl, Verlag Hans Christians, Hamburg 1983 

73. Herbstausstellung Niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, Hannover 1986

25 Jahre HBK Braunschweig – Ausstellung im Kunstverein Hannover, Braunschweig 1988

75. Herbstausstellung Niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover, Hannover 1988

Künstler in Niedersachsen – Ankäufe des Landes seit 1984 bis 1989, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Hannover 1989

Profile, Impulse 4, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Hannover 1990

Der Deutsche Künstlerbund in Berlin 1990 – 38. Jahresausstellung Berlin, Deutscher Künstlerbund, Berlin 1991

Rudolf-Wilke-Preis 1953-1993 – Eine Bilanz, Birgit Pollmann (Hrsg.), Braunschweig 1993

Die Bank und die Kunst – Kunstbericht 2000, NORD/LB (Hrsg.), Hannover 2000

Galerie der Meere – Kunst an Bord, Hapag-Lloyd (Hrsg.), Hamburg 2001

Peter Voigt studiert, zurück aus der Kriegsgefangenschaft, ab 1946 in Hamburg Grafik und von 1948 bis 1953 in Berlin Malerei. Anschließend ist er mehrere Jahre freiberuflich tätig, unternimmt Studienreisen durch Frankreich, Italien und Schweden. Seine Arbeiten werden in ersten Ausstellungen in Deutschland und bald schon im Ausland gezeigt.

Ab 1956 lehrt Voigt an der Werkkunstschule Braunschweig und wird 1963, nach deren Umstrukturierung zur Hochschule, als Gründungsprofessor für Freie Malerei berufen. Bis zu seinem plötzlichen Tod 1990 nimmt er seine Professur an der HBK Braunschweig wahr. In diesen Jahren setzt sich Peter Voigt stark für die Lehre und mit viel Engagement für hochschulpolitische Belange ein – von 1967 bis 1972 ist er Rektor, bis 1978 Prorektor der Hochschule. Die eigene Ausstellungstätigkeit tritt zeitweilig in den Hintergrund. Dennoch arbeitet er kontinuierlich und mit großer Intensität an seinem künstlerischen Werk.

Die Malerei steht im Fokus seiner Arbeit, doch während der gesamten Zeit des künstlerischen Schaffens entstehen beständig Zeichnungen und Grafiken, die den jeweiligen Werkkomplex ergänzen. Druckgrafisch geht Peter Voigt technisch oftmals experimentell vor, um zu einer ganz persönlichen künstlerischen Ausdrucksform zu gelangen. Ist sie im Bild erreicht, verbleibt das Drucken in ganzer Auflage häufig. Auch das zeichnerische Werk bleibt immer eigenständig, die Zeichnungen sind selten Skizzen, keine Vorarbeiten oder Entwürfe der Gemälde. In den Papierarbeiten der letzten Jahre kombiniert er vielfach Malerei und Zeichnung in verschiedenen Mischtechniken miteinander.

Jenseits der Bildzyklen entstehen immer wieder auch Individualportraits, in denen Voigts Gespür für das Wesentliche der Person in der malerischen Umsetzung offensichtlich wird.

Doch geht es im Œuvre Voigts generell darum, dem Menschen im Bild nahezukommen. Das individuelle Erleben führt über das Abbildende hinaus zu einer Auseinandersetzung mit dem ‚Menschsein’ in einem übergeordneten Kontext, zu Chiffren menschlichen Verhaltens.

„Vergangenes und Gegenwärtiges verschmelzen im Malprozess, der die Formen festigt und dann erneut öffnet. In vielen Spiegeln überlagern sich Außen- und Innensicht des menschlichen Dramas.” 1)

Die Schrecken des Krieges, des Holocaust und deren Nachwirkungen prägen das Bildwerk von Peter Voigt zunächst. Nach abstrahierteren, flächigeren Bildern und seriell, leporello- oder rasterartig angelegten Figurenkompositionen in den 1950er und frühen 60er Jahren, setzen sich die Arbeiten in einer intensiven Werkphase der späten 60er und frühen 70er Jahre mit persönlichen wie kollektiven Traumata auseinander. Ihr schließt sich ab Mitte der 70er Jahre eine Werkgruppe mit Erinnerungs- und Albumbildern an. In den kraftvollen, großformatigen Bildern der 80er Jahre wird der Bildraum oft szenisch arrangiert, der mimetische Ausdruck der Figuren dient dem Preisgeben wie dem Cachieren ihrer Befindlichkeiten.

Das Reflektieren der eigenen Identität im Spiegel des Gegenüber, Erwartungen im Kontrast zum tatsächlichen Mit- oder Gegeneinander, die eigentliche ‚Sprachlosigkeit’ im Austausch untereinander sind zentrale und durchgängige Themen im Werk.

So changiert die Kunst Peter Voigts in oftmals im „Zwischenraum zwischen Abstraktion und Figuration angesiedelten Bildfindungen”, die „über den reinen gegenständlichen Abbildcharakter eine weitere, intellektuelle Ebene legen. (…) Ohne konkrete Ereignisse zu thematisieren, ist Peter Voigts Werk ein höchst persönliches – das Erleben und die Reflexion des Einzelnen werden dennoch zum Ausdruck vieler.” 2)

1) Lothar Romain, zit. nach Gerd Winner, in: Peter Voigt. Malerei und Graphik, Städtisches Museum 2015

2) Andreas Büttner, a.a.O.

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