- Titel:
- Rübe I
- Entstehungsjahr:
- 2023
- Künstler-/in:
- Alexander Kühn | Alle Werke
- Kategorie:
- Fotografie
- Material:
- Druckfarbe
Druckpapier
- Technik:
- Fotografie
Digitaldruck
- Maße:
- Höhe: 70 cm (Bildhöhe 60,6 cm)
Breite: 50 cm (Bildbreite 40,6 cm)
- Beschreibung:
- hochauflösende digitale Aufnahme einer vegetabilen Formung,
gedruckt auf Hahnemühle FineArt Baryta 325gr
Alexander Kühn
Alexander Kühn spricht nicht von Fotos, nicht von Drucken – er nennt es Lichtbilder.
Und das Licht spielt in der Tat eine große Rolle. Seine Arbeiten spielen mit dem Licht und der Dunkelheit, den prallen Farbtönen und dem satten Schwarz.
Es sind Inszenierungen von Licht und Farbe.
Einerseits wirken sie so wie Caravaggios dramatische Inszenierungen barock-farbstark, scheinen perfekt. Andererseits verweigern sie sich motivisch dem allzu Gefälligen und Dekorativen, dem Glatten als Signatur der Gegenwart:
„Das Glatte ist die Signatur der Gegenwart. Es verbindet Skulpturen von Jeff Koons, iPhone und Brazilian Waxing miteinander.
Warum finden wir heute das Glatte schön?
Über die ästhetische Wirkung hinaus spiegelt es einen allgemeinen gesellschaftlichen Imperativ wieder.
Es verkörpert nämlich die heutige Positivgesellschaft.
Das Glatte verletzt nicht. Von ihm geht auch kein Widerstand aus. Es heischt Likes. Der glatte Gegenstand tilgt sein Gegen. Jede Negativität wird beseitigt."
Mit diesen Sätzen beginnt Byung-Chul Han, ehemaliger Professor für Kulturwissenschaft an der UdK Berlin, kritischer Gesellschaftsbeobachter und scharfzüngiger Zeitgeistanalytiker sein kunsthistorisches Plädoyer: Die Errettung des Schönen. Es geht um die Kunst und ihre Aufgabe und damit unweigerlich um das Schöne als die Aufgabe der Kunst.
Alexander Kühn entdeckt diese Schönheit auch in der Vergänglichkeit.
Die Blütenblätter sind schnell verwelkt. Er arbeitet an ihnen gegen die Zeit. Und bei den Musa-Arbeiten sehen Sie bereits die Blätter, die schwarz werden.
Bei aller Perfektion tilgt der Künstler nicht alle Spuren des Herstellungsprozesses. Sie sehen die Nähte, die für den skulpturalen Aufbau nötig waren.
Die Vergänglichkeit ist ebenso Thema, wie die Form- und Farbensprache in den Arbeiten von Alexander Kühn.
Die Schönheit trägt immer auch ihre Negation in sich. Seine Arbeiten sieht er als Aufforderung zur Achtsamkeit auf die kleinen Dinge, aus denen man für sich etwas zieht, auch was Vergänglichkeit und Wahrheit angeht.
aus einer Eröffnungsrede 2023, Wilfried Köpke
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- Persistente URL:
- https://doi.org/10.25362/kupo.bbb49424-ec25-495e-be13-12db730ce431
