- Titel:
- MAGD
- Entstehungsjahr:
- 2007
- Künstler-/in:
- Iris Selke | Alle Werke
- Ort:
- Braunschweig (Entstehung)
- Kategorie:
- Fotografie
- Material:
- Fotopapier
- Technik:
- Fotografie
- Maße:
- Höhe: 70 cm
Breite: 44,5 cm
Maßstab: 1:1
- Beschreibung:
- Als „Tableau vivant“ (frz. „lebendes Bild“) bezeichnet man die Nachstellung von Werken der Kunst durch lebende Personen. Diese Mode kam gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf. Als Erfinderin nennt Meyers Konversations-Lexikon Madame de Genlis, die Erzieherin der Kinder des Herzogs von Orléans. Sie soll zur Belehrung und Unterhaltung ihrer Zöglinge solche Darstellungen arrangiert und sich dabei der Hilfe der Maler Jacques-Louis David und Jean-Baptiste Isabey bedient haben.
Die folgenden Arbeiten der Serie RE- CONSTRUCTION OF HISTORY sind „Tableaux vivants“. Mit der Nachstellung der Ikone eines Künstlerbildes – DER ARME POET, von Karl Spitzweg um 1839 gemalt, thematisiert die Arbeit ARTIST die Position des Künstlers in der Gegenwart im Vergleich zur Romantik des 19. Jahrhunderts: Welche Inhalte werden transportiert, welche Motivationen treiben die Künstler voran? Welche Fragen stehen im Vordergrund? Welche Aussagen werden manifestiert? Durch die Verwendung des Selbstportraits wird der Transfer in die Gegenwart mit dem Blick auf die Zukunft geleistet. Es ist ein Foto, doch sieht es aus, als sei es gemalt.
Wie in der Filmarbeit JIPIJAJEE! ICH GRÜSSE MEIN VOLK erfinde ich nun für Louis XIV ein weibliches Gegenüber, Louise die XIV. LOUISE XIV des Rosenreiches zeigt sich stolz vor ihrem noch verbliebenen Hab und Gut aus dem Zeitalter des Absolutismus. Hier kommt LOUISE XIV ins Spiel – Verkörperung von, im Gegensatz zum Alleinherrscher Louis XIV, Demokratie, gemeinschaftlichem Handel. Bei ihren weisen Entscheidungen hat sie das Wohl ihrer Untertanen im Blick. Nach langer Herrschaft und Förderung der Künste und der Wissenschaften hat sie es erreicht, eine kulturelle Vorherrschaft in ihrer eigenen Welt einzunehmen. Den Leitsatz des Ab- solutismus, „L’État, c’est moi!“ – „Der Staat bin ich!“, verfremde ich, wandle ihn um zu einem neuen Statement – „Ich bin die Saat!“ In Anbetracht der Tatsache, dass uns heute vieles aus den Händen genommen wird und die Entscheidungen von eher „kleinen Geistern“ getroffen werden, fehlt mir der Blick auf eine großzügige und allumfassende Perspektive, aus der heraus Entscheidungen getroffen werden. Es ist individuelle emotionale Intelligenz gefragt. Die Szenerie habe ich auf einem Dachboden in einen eher ärmlichen Kontext gestellt,
um einen Bruch zu dem Vorbild zu schaffen. Die Inspiration für die Arbeit LOUISE XIV bekam ich bei der Betrachtung von Hyacinthe Rigauds Porträt Louis’ XIV. So auch ist das Selbstportrait als MAGD aufzunehmen in die Reihe dieser Fotoarbeiten und lässt eine Erinnerung an Albrecht Dürrer aufblitzen. Die folgenden Arbeiten aus der Serie RE - CONSTRUCTION OF HISTORY. Mit der Nachstellung der Ikone eines Künstlerbildes – DER ARME POET, von Karl Spitzweg um 1839 gemalt, thematisieren die Fragen, welche Aussagen werden manifestiert? Durch die Verwendung des Selbstportraits wird der Transfer in die Gegenwart mit dem Blick auf die Zukunft geleistet, wie auch in der Fotografie MAGD
personifiziere ich Albrecht Dürrer, van Gogh oder Spitzwegs armen Poeten und jongliere mit dem Nimbus des Vorbilds.
Iris R. Selke
- Schlagworte:
- Expanded Cinema
- Lizenz der Metadaten:
- kein Copyright / Public domain (CC0 1.0)
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- Persistente URL:
- https://doi.org/10.25362/kupo.4ca1c7a1-44fd-4618-aa29-7d157ab5a083
