Wie in der Filmarbeit JIPIJAJEE! ICH GRÜSSE MEIN VOLK erfinde ich nun für Louis XIV ein weibliches Gegenüber: LOUISE XIV des Rosenreiches zeigt sich stolz vor ihrem noch verbliebenen Hab und Gut aus dem Zeitalter des Absolutismus. Hier kommt LOUISE XIV ins Spiel – Verkörperung von (im Gegensatz zum Alleinherrscher Louis XIV) Demokratie, gemeinschaftlichem Handel. Bei ihren weisen Entscheidungen hat sie das Wohl ihrer Untertanen im Blick. Nach langer Herrschaft und Förderung der Künste und der Wissenschaften hat sie es erreicht, eine kulturelle Vorherrschaft in ihrer eigenen Welt einzunehmen. Den Leitsatz des Absolutismus, „L’État, c’est moi!“ – „Der Staat bin ich!“, verfremde ich, wandle ihn um zu einem neuen Statement – „Ich bin die Saat!“ In Anbetracht der Tatsache, dass uns heute vieles aus den Händen genommen wird und die Entscheidungen von eher „kleinen Geistern“ getroffen werden, fehlt mir der Blick auf eine großzügige und allumfassende Perspektive, aus der heraus Entscheidungen getroffen werden. Es ist individuelle emotionale Intelligenz gefragt. Die Szenerie habe ich auf einem Dachboden in einen eher ärmlichen Kontext gestellt, um einen Bruch zu dem Vorbild zu schaffen. Die Inspiration für die Arbeit LOUISE XIV bekam ich bei der Betrachtung von Hyacinthe Rigauds Porträt Louis’ XIV. Iris R. Selke