Kontaktadresse:

E-Mail: mail(at)annalillygoetz.de

Wissenswertes:

Kunstarchiv Lüneburg
Werner Götz
*1942 in Würzburg - †2013 im Wendland

Werner Götz, 1942 in Würzburg geboren, studierte von 1962 bis 1968 Malerei bei Werner Volkert und Druckgraphik bei Fred Thieler an der HfbK Berlin. Ab 1968 war er freischaffend als Bildhauer, Maler, Graphiker und Musiker tätig.

Neben der Teilnahme an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen und Symposien realisierte er verschiedene Kunst-am-Bau-Projekte. Von 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2013 lebte Werner Götz im Wendland und setzte sich stark für das Kulturleben in der Region ein. So war er u.a. Mitbegründer der Kunsthalle Jameln und des Kunstvereins Hitzacker, Mitentwickler der Wunde(r)punkte und Gründungsmitglied des Westwendischen Kunstvereins, für den er auch verschiedene Symposien konzipierte.

Seit dem Tod von Werner Götz verwaltet seine Tochter Anna Lilly Götz den umfassenden künstlerischen Nachlass des Künstlers.

1942 geboren in Würzburg; Kindheit und Schulzeit in Mainfranken

1962–1968 Studium an der HfbK Berlin; Malerei bei Werner Volkert und Druckgraphik bei Fred Thieler; Staatsexamen in Kunst- und Werkerziehung

Ab 1968 freischaffend als Bildhauer, Maler und Graphiker 

Ab 1969 Musiker in verschiedenen Free-Jazz-Formationen, vorwiegend im Trio Moderne Nordeuropäische Dorfmusik, MND

1970 1. Preis für den Entwurf eines Röntgen-Denkmals in Würzburg

Ab 1972 erste ästhetisch-theoretische Texte + erste literarische Veröffentlichung

1974 Umzug ins Wendland, Niedersachsen

Gründung der Gruppe Peter Pan, Bau von Kinderspielplätzen

Ab 1975 Plastische Arbeiten im Öffentlichen Raum

1976 Bau des Abenteuerplatz am Gartower See, der als schönster Spielplatz Niedersachsens prämiert wird

1989 Initiator und Gründungsmitglied des Westwendischen Kunstvereins

seit 1992 Initiierung und Teilnahme an diversen Symposien für Bildhauerei und Großholzschnitt

seit 1995 Gründungsmitglied und Arbeit als Kurator für mehrere Kunstvereine im Landkreis Lüchow-Dannenberg

1999 Dozent für Copy-Art, Europäische Kunstakademie Trier

2011+2012 Workshopleitung Bildhauerei und Nature Art für das Jugendprojekt Eisenhart/RessourceHandWerk, Berlin/Wendland

Am 5. Mai 2013 verstorben

Einzelausstellungen (Auswahl)

1966 Galerie A 18, Berlin (Bilder und Lithographie)

1970 Galerie 68, Kiel (Montagen + Collagen)

1972 Galerie Palette, Schweinfurt (Grafik)

1990 Galerie Stella + Büz, Minden (Bilder und Zeichnungen)

Off Galerie, Würzburg (Bemalte Holzobjekte und Gouachen)

St. Johanneskirche, Dannenberg (Bilder, Skulpturen und Goachen)

1991 Galerie Gleditsch 45, Berlin (Collagen)

1994 Galerie 25, Luckau (Frottagen)

1995 Museum Wustrow, (Zeichnungen, Graffiti und Frottagen)

1996 Galerie d’L, Lyon (Frottagen)

1998 Galerie Büttner, Berlin (Tuschezeichnungen und Skulpturen)

Landtag Brandenburg, Potsdam (Farbholzschnitte, Skulpturen, Gouachen  und Collagen)

Palazzo Calderara, Turano (Holzskulpturen und Holzschnitte)

1999 Kunst im Gewächshaus, Osterburg (Copy-Art-Graphiken)

2000 Galerie JuRisch von Bach, Salzwedel (Holzskulpturen)

Kunst-Halle, Henningsdorf (Wellpapp-Plastiken und Copy-Art-Graphiken)

2001 Kreissparkasse, Dannenberg (Holzskulpturen)

2002 Archäologisches Zentrum, Hitzacker (Holzskulpturen)

2003 Waldemarturm, Dannenberg (Skulpturen und Zeichnungen)

2004 Kreishaus, Lüchow (Relief-Montagen)

2005 Galerie Wassermühle, Prisser (Malerei)

2006 St. Nikolaus Kirche, Beuster  (Malerei, Skulpturen und Zeichnungen)

Petruskirche, Berlin (Farbholzschnitte und Scharz-Weiß-Graphiken

2009 Kunstkammer, Gartow (Collagen)                                 

2010 Nikolauskirche, Beuster (elektokinetische Installation)

2011 Kunstkammer, Gartow (Lithographien)

Waldemarturm, Dannenberg (Zeichnungen)    

2012 Kulturelle Landpartie, Viva Mobiliar, Quarnstedt

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

1985 Hart an der Grenze, 24h Performance/Happening, Wendland

1987 Galerie am Roten Turm, Sommerhausen 

1988 Kunst an der Grenze, Ziegelei, Kröte

1991 Westwendische Kunstwoche, Amtshaus, Lüchow

Galerie im Turm, Berlin

Kunstverein Neustadt a. R 

Memento Mori, St. Nicolai Kirche, Alfeld (Leine); danach in der St. Johannis Kirche, Dannenberg und der St.-Johannis-Kirche Lüneburg

1993 Unter der Oberfläche, Landschaftskunstaktion im Rahmen der 

WUNDE.R.PUNKTE, Wendland

1994 On The Road, Galerie Passage, Berlin 

1995 Wendland-Skulptur, Kunsthalle Jameln

1996 Kunst im Kasten, Zehntspeicher, Gartow

2002 Wahlverwandtschaften 2, Kunsthalle Jameln

2003 Galerie Himmelreich, Magdeburg

2004 Sudden Death – Danse Macabre, Doppelausstellung im Westwendischen Kunstverein, Zehntspeicher, Gartow

2005 Nachtlust, Nicolas-Born-Stiftung, Schreyahn

2007 Galerie Rolandswurt, Cumlosen

2008 20. Jahre Westwendischer Kunstverein, Jubiläumsausstellung, Zehntspeicher Gartow  

Kunsthalle Jutz, Celle

2009 Adelsheim leuchtet, Adelsheim (elektokinetische Installationen)

Bier, Haus am Lützow-Platz, Berlin

2010 Isofloc Kunstaktion, Kröte

2011 Kunststation, Vasenthien

 

Symposionsteilnahmen:

1992 Land- und Wasser; Großplastiken in der Seegeniederung, Gartow

1995 The Last Walze; 2. Wendlandsymposion für Holzschnitt, Gartow

1997 1. Holzschnittsymposion Trier; Großholzschnitt                           

Klangskulpturen; Stahlplastiken, Wolfsburg

1999 Kunst- und Landschaft; Land-Art Sympsion, Fallingbostel

2001 Kettensägensymposion Motzen, Brandenburg

2002 3. Keitumer Skulpturentage, Sylt

Holz Feuer Holz, 24 Stunden Bildhauer Symposion, Alte Ziegelei, Mützingen

2004 Sag + Grab’ Mal – Neue Särge und Grabmale, Gartow

Holzbildhauer-Sympsion, Neu Tramm

2006 5. Keitumer Skulpturentage, Sylt

2007 2. Skulpturentage, Wermelskirchen

2009 The Next Walze – flatrate – ; 2. Wendlandsymposion für Holzschnitt, Gartow

2012 Symposion für Großholzschnitt zum UNICEF Weltwassertag, Celle

Einführungsrede zur Werner-Götz-Retrospektive

Es ist viel über Werner Götz und seine Arbeiten geschrieben worden – leider meist nur von Freunden, Partnern seiner zahlreichen Symposien oder von Menschen aus seinem näheren und weiteren Umfeld. So wurde sein Werk vorrangig in seinem Leben und dessen Alltag gespiegelt. Das ist schade. Der fremde Blick von außen, der ausschließlich die Arbeiten von Werner Götz wahrnimmt, fehlt weitgehend. Dabei würde er dem Werk von Werner Götz gut tun. Er würde Entdeckungen ermöglichen, die den Erinnerungen an eine besonnte Vergangenheit nur ganz selten gelingen. Entdeckungen, die einen Künstler über seine Zeit hinaus lebendig erhalten. Es ist zwar nahe liegend, Leben und Werk eines Künstlers als Einheit zu sehen – zumal es Bewertungen und Interpretationen erleichtert –, doch häufig kommt die Kunst dabei zu kurz. Was bedeutet, dass die Arbeiten von Werner Götz ihren berechtigten Anspruch auf Autonomie verlieren könnten.

Die Einführung in diese Retrospektive kann an dieser misslichen Situation leider nicht allzu viel zu ändern. Auch ich war ja mit ihm befreundet. Doch wenn ich mich hier lediglich auf die Gedanken beschränke, die mir bei der sehr subjektiven Auswahl und Zusammenstellung für die »Werkschau Götz« durch den Kopf gegangen sind, ist das zumindest ein Versuch in diese Richtung. Aufgefallen ist mir vor allem, dass es bei Werner Götz zwei ganz unterschiedliche Produktionsschübe oder Produktionsanreize gibt. Einmal die von technischen Prozessen oder den verschiedensten Materialien bestimmten Arbeiten, die zwar sein Bedürfnis nach und seine Freude an Entdeckungen befriedigten, zugleich aber seine künstlerische Freiheit zumindest einschränkten. Zum anderen die Arbeiten, die ganz eindeutig vom Willen, Kunst zu schaffen, bestimmt sind, für die die Aura des Unikats wichtig ist und bei deren Zustandekommen alle Verantwortung ausschließlich bei ihm, dem Künstler, liegt.

Die Beteiligung des Künstlers an seinen – ich nenne sie der Einfachheit halber „fremdbestimmten Arbeiten” – liegt im Wesentlichen darin zu entscheiden, wann er mit was die Produktion beginnt und wann er sie für beendet hält. Sehr viel größer ist der Anteil des Künstlers auch im anderen Fall nicht. Da steuert das Testen von Material, unabhängig von irgendeinem fertigen Bild- oder Werkgedanken, die Vorstellung vom Gelingen.

Beispielhaft dafür ist die Unzahl von Götzens Schwarzweiß-Xerografiken. Bei denen er damit beginnt, eine Vorlage zu kopieren, die ihm lediglich als eine Art Blaupause wichtig ist, dann deren Kopie zu kopieren, dann noch einmal die kopierte Kopie und so weiter … eine Kopie ist eine Kopie ist eine Kopie ist eine Kopie.

Als Auflage gibt er bezeichnenderweise an: „unbegrenzt!!!” Diese nicht gerade variantenreiche Prozessproduktion hat mit einem Zufall begonnen. Götz schreibt: »Beim Vergrößern von Zeichnungen für einen Katalog entdeckte ich, dass die glatten Ränder einer Filzschreiberzeichnung beim Hochkopieren verliefen. Interessante Küstenverläufe erschienen da, gezackte Buchten und Fjorde«.
Also die Bildinhalte erschienen eher zufällig. Da ist nichts geplant oder gewollt, es passiert einfach. Die Xerografie als eine Art grafisches Überraschungsei.

Nicht durch Technik, aber ebenso vom Zufall generiert sind die meisten Materialarbeiten von Werner Götz. Da findet einer Sachen, die er nicht sucht, verarbeitet sie, ist begeistert von dem, was da ungewollt entsteht und ist neugierig auf die immanenten bildnerischen Möglichkeiten, die er in den Fundsachen zu finden hofft, – in einer durchgelegenen Matratze beispielsweise, in wurmzerfressenen alten Holztüren, in Resten von ausgebleichtem Strandgut oder neuen, noch nicht ausprobierten Malgründen. Mit so etwas lassen sich allerdings bestenfalls Recherchen anstellen. Was geben sie her, wenn ich sie neu arrangiere oder in neue Umgebungen einsetze? fragt sich der Künstler und vertraut dabei auf den Reiz des Zufalls oder die Fremdartigkeit des Materials. So entstehen beispielsweise Skulpturen aus Wellpappe. Auch sie wieder in großen Stückzahlen, denn auch sie wirken wie Teile eines Testprogramms, das Werner Götz entweder helfen sollte, die definitive Pappskulptur zu gestalten oder die Frage zu beantworten, ob Wellpappe generell ein Material für Bildhauer sein könne. Götz notiert: »Mich interessiert, wie sich das Gefundene aus seiner natürlichen Bedeutungslosigkeit überführen lässt in jenen künstlerischen Zustand der Bedeutung, den wir im allgemeinen Kunst nennen«. Hilfestellung dabei hätte ihm Marcel Duchamp geben können, dessen ready-mades mit solchen Überführungen bereits vor rund 100 Jahren in den etablierten Kunstkanon aufgenommen wurden.

Einen makabren Versuch, die Kunstfähigkeit von Material zu überprüfen schilderte Werner Götz eher anekdotisch: Er hatte einige seiner Arbeiten verbrannt. Nun steht er nachdenklich vor der Asche und sagt sich: Die sind ja auch verbrannt noch immer meine Werke. Also sammelt er die Brandreste ein und collagiert sie zu neuen Bildern: Götz reloaded. 

Erst jenseits des Drucks, die technische Verfahrensweisen bis zu ihrem Endstadium auszureizen oder Materialvarianten bis zur Erschöpfung zu strecken, erreicht die Kunst von Werner Götz jenen anspruchsvollen Standard, der für ihn als Forderung an Kunst und Künstler immer verbindlich war. Götz schreibt: »Verlassen wir die Dimension der Ratio, so beginnt dahinter der ungeheure Raum der Magie und Mystik der Dinge, wo wir Bezüge und Strukturen erkennen können, die die Banalität unseres Alltags mit einem seltsamen Strahlen überziehen. Zapft ein Künstler diese Kraftquelle an, so kann ein Teil jener Magie und Mystik auf sein Gebilde fallen und ihm jenen Magnetismus verleihen, wie er von einem Kunstwerk ausgehen sollte, damit wir gebannt hinsehen, zuhören, wahrnehmen und empfinden.«

Also Magie und Mystik. Seine Malerei, seine Skulpturen, Lithografien, Zeichnungen, Holzschnitte haben davon reichlich. Hier erweist Götz sich – weit über seine regionale Bedeutung hinaus – als selbstbewusster Vertreter der klassischen Moderne, seiner eigentlichen künstlerischen Heimat. Angetrieben von der Kunst, die ihn nicht zur Ruhe kommen lässt, findet er keine Zeit, die Entwicklung eines persönlichen Stils zu pflegen. Er hat selten Sammlern die Chance gegeben, sich auf einen Götz festzulegen. Der unaufhörlich fließende Strom seiner oft chaotischen Fantasie, der meist sofort bewältigt oder genutzt werden will, verhindert kreative Sesshaftigkeit. Und auch am Reich-werden – wenn er es denn je gewollt hat – hindert ihn die Kunst. »Ach wissen Sie, art is too permanent«  hat er sich ein bekanntes Hemingway–Aperçu passend formuliert, wenn die Steuerprüfung von ihm Angaben zu seiner Vermögenslage haben will.

Nur einmal noch weist ihm sein ansonsten verlässliches Kunst-Navi aus meiner Sicht auf einen Abweg, der diesmal allerdings nicht der Tatsache geschuldet ist, eine einmal gefundene formale Lösung endlos durch zu deklinieren. Bei seiner »Holzschraube« handelt es sich ganz offensichtlich um eine Liebesbeziehung. Seine vielen oder ist es besser zu sagen »zahllosen« sich in den Himmel streckenden und windenden Holzskulpturen sind mittlerweile so etwas wie eine Götz-Trade-Mark geworden. Dabei gibt es für dieses immer wiederkehrende Motiv vieler seiner Holzskulpturen eine einleuchtende und für einen Holzbildhauer praxisnahe Erklärung: »Die erste Schraube entstand aus einem nicht allzu dicken Pflaumenstamm – Bäume, deren relativ dünnen Stämme ja sowieso niemals eine bestimmte Stärke überschreiten. Der mindesten sechs Jahre im Freien gelegen hatte, so dass das weichere Randholz, Splint genannt, bereits weggefault war. Ich erinnere mich noch an jenen konzentrierten Akt von Eingebung und Überlegung, in dem ich versuchte, aus jenem begrenzten Holzkern gleichzeitig möglichst viel Dynamik des Volumens, also maximale Räumlichkeit, zu erzeugen – wie auch eine Form von optimaler Ruhe entstehen zu lassen, von beruhigender Ordnung und Ausgeglichenheit. So entwickelte ich die dramatische Ruhe jener Logik, die in der Schraube steckt«. 

Dass, wie Werner Götz schreibt, in den meisten Fällen Formvarianten der Schraube herauskamen, wann immer er sich mit Skulpturen aus Holz beschäftigte, trifft allerdings nicht zu. Erstaunlich freilich, dass er hier vor allem frühere Holzarbeiten übersieht, wo ihm viele schwergewichtige Skulpturen mit einer erstaunlich aufregend expressiven Form und Ausstrahlung gelangen. Gleiches gilt auch für einen Großteil seiner Steinskulpturen. Und auch seine sorgfältig geschliffenen und polierten Schalenskulpturen kommen ohne verdrehte Windungen aus. Sie überraschen mit schlichten ästhetisch durchdachten, meist geschlossenen Formen, die ihm die Chance gaben, die  Maserungen, Astlöcher und Farbvarianten der verschiedensten Hölzer, die er nutzte, als zusätzlichen optischen Reiz einzusetzen.

Viele dieser Skulpturen sind in all ihrer äußeren Robustheit und inneren Spannung vor allem Handwerk – ohne das man, wie Götz schreibt, »die Sinne schwer zum Funkeln bringt«. Überstrahlt wird dieses kunstwerte Handwerk allerdings von seinen Zeichnungen, von Collagen, Lithografien, von seiner Malerei, ja sogar von seinen Holzschnitten. Da gelingt ihm, was er für das Wesentliche beim Kunstmachen hält: die »Leichtigkeit und Absichtslosigkeit des Spielens«. 

Da verwandelt er seine unbändige Lebenslust, gefiltert durch sein stupendes Wissen, in die poetischen Mitteilungen eines Homo ludens. Da sprühen seine fantasiestrotzenden Zeichnungen und Lithografien von weltläufigem Witz und grafisch überraschenden Pointen, wird seine Malerei zu erstaunlich zarten Traumgebilden, die sich einer ihm offensichtlich vertrauten Zeichensprache bedienen. Blitzen seine messerscharfen Collagen wie Kaleidoskope, die bunte Glassteine zu immer neuen Formen trennen und zusammenfügen, und verwandeln sich seine großen und kleinen Holzschnitte durch die Raffinesse, mit der er auf ihnen Farben und Licht verteilt, in aufregende Gemälde.

Bei diesen Arbeiten, so scheint es, war Werner Götz sicher, dass zwischen ihm und seine Arbeiten Harmonie herrsche. Sie machten ihm täglich aufs Neue bewusst, dass Künstler zu sein sein Schicksal war: »Es sieht ganz so aus, als könnte ich mir anderes nicht aussuchen«, sagt er und fügt hinzu: »Was wäre Kunst, spiegelte sich nicht in ihr das unglaubliche Winterblau des Himmels über Harlem oder das Gold der Sonnenblumen in der Provence und natürlich, nicht zu vergessen, das Lächeln der Mona Lisa?« Auf Götz-Art hat er all das gemalt, lithografiert, gezeichnet, in Holz geschnitten oder aus Stein herausgeschlagen. 

»Das alles bedeutet nicht viel,
die ganze Malerei, die Skulptur, das Zeichnen ...
das alles hat seinen Ort
und mehr nicht.
Der Versuch ist alles,
wie wunderbar!«

Werner Götz hat dieses Gedicht von Alberto Giacometti übersetzt und gut sichtbar in seinem Atelier an die Wand gepinnt.

Nicolaus Neumann 

ESC
Linking between the search fields: