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Rosemarie Würth
Ostwender Straße 3
30161 Hannover
Wilhelm Beuermann
* 1937 in Berlin - † 2006 in Hannover

Manchmal entsteht die „Magie“ eines Bildes, indem ich sorgsam Details füge und konstruiere, aber manchmal stellt sich diese Ausstrahlung eines Bildes auch ein, ohne diese mühselige Kleinarbeit und ohne Konstruktion. Es scheint also kein „Rezept“ auf dem Weg zur Aussage zu geben, es sei denn die Beseeltheit vom Motiv her geht in der einen oder anderen Form in die Arbeit ein. Der Gedanke, die Reflexion mit dem Bildwerden zeigt den Weg, lässt das Bild sichtbar werden.

 

Ein Bild ist zurück –
lehnt auf dem Flur,
schaut mich und die Neuen
abschätzig an.
Das waren noch Zeiten –
bist älter geworden –
bei meiner Geburt
dieselben Tinkturen,
atmen die Fenster
das brackige Licht.
Weißt du nun endlich,
wie es draußen aussieht,
oder träumst du noch immer?

1937 im März in Berlin geboren

1955–1959 Graphikstudium an der Werkkunstschule Hannover

1959–1960 École des Beaux Arts, Paris – Arbeiten im Atelier J. Friedländer

1960–1963 Hochschule für bildende Künste, Berlin Bildhauerei und Malerei bei Prof. Gonda und Prof. Bachmann

1962 Stipendium des Institut Français

1963–2006 Wohnsitz in Hannover, dort als freier Maler tätig

1970 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes

1972–1991 Zweiter Wohnsitz in Ligurien

1977 Einladung in die Villa Massimo, Rom

1981 Gründungsmitglied der Künstlergruppe PlasMa

1982 Preis im Ideenwettbewerb der Glassteinindustrie

1992–2003 Zweiter Wohnsitz in Sardinien

1998–2006 Letztes Atelier in der Flüggestraße 14, Hannover

2006 am 1. Oktober in Hannover gestorben

Einzelausstellungen (Auswahl)

 

1968 Galerie UBU, Karlsruhe, Galerie Defet, Nürnberg, Galerie Lüpke, Frankfurt

1970 Drian Galleries, London, Landesmuseum Oldenburg, Galerie Villinger, Würzburg, Galerie Kühl, Hannover

1973 Galerie Wendtorf – Swetec, Düsseldorf, Galerie Stein, Köln, Galerie Steintor Verlag, Burgdorf / Hannover

1975 Galerie Ostentor, Dortmund, Galerie Villingen, Würzburg

1976 Galerie CIAK, Rom, Italien, Galerie Meiborssen, Steintorverlag, Rudolf Jüdes

1977 Galerie Alphonse Chave, Vence/Nizza / Frankreich

1979 Staatstheater Darmstadt, Großes Haus, Galerie Battifoglio, Imperia / Italien

1981 Galerie Herzog, Ladenburg / Mannheim, Galerie Happy Joss, Hamburg

1982 Altstadt Galerie, Bonn, Galerie Artforum, Hannover

1985 Galerie Villinger, Würzburg

1986 Galerie Herzog, Ladenburg / Mannheim, Galerie Artforum, Hannover, Galerie Toni Brechbühl, Grenchen / Schweiz

1987 Retrospektive, Galerie Artforum, Hannover, Retrospektive, Kunstverein Kreis Gütersloh

1988 Galerie im Tintenviertel, Darmstadt

1990 Galerie Artforum, Hannover, Galerie Toni Brechbühl, Grenchen / Schweiz

1991 Kabinett am Goetheplatz, Weimar, Globus-Galerie, Leipzig

1993 bis 1995 Wanderausstellung „Tage-Bilderbücher 90-92” in Leipzig, Berlin, Grenchen / Schweiz, Hannover

1995 Torhaus-Galerie, Braunschweig

1998 Galerie im Pallas Verlag, Velver / Dinker

1999 Retrospektive, Wandlung des Sichtbaren, Städtische Galerie Kubus, Hannover

2000 Bilder aus drei Jahrzehnten, Neues Kreishaus Hannover, Bilder aus den Achtziger Jahren, Kunstverein Imago, Wedemark / Hannover

2004 Atelier Olbricht, Garbsen / Hannover, Galerie BerGer, Delmenhorst

2006 Galerie Artforum, Hannover

2009 Städtische Galerie Kubus, Hannover – Gedächtnisausstellung, mit einem umfangreichen Katalog

2019 Frühe Bilder, plathner 27 – Galerie für Kunst und Objekt, Hannover

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

 

1959 Farbige Graphik, Kestner-Gesellschaft, Hannover

1964 Galerie Schüler, Berlin

1965 Galerie am Bohlweg, Braunschweig, Galerie Haus Mackensen, Worpswede

1968 Autumn Arts Festival, Stoke Prior, Birmingham / Großbritannien, Herbstausstellung, Kunstverein Hannover

1969 Junge Stadt sieht junge Kunst, Kunstverein Hannover, Haute Tension, Galerie A. Chave, Vence / Frankreich

1971 BBK'71 Hannover-Künstlerbund, Stuttgart, Halland-Museum, Halmstadt / Schweden

1973 Rheinisches Landesmuseum, Bonn, BBK'73 Hannover – Institut Francais, Berlin

1974 Herzlandschaften, Bayer AG – Welttournee

1975 Kunstverein Hannover, Niedersächsische Graphik, Künstlerbund Mannheim – Junior Galerie Hannover

1977 Landesausstellung Niedersachsen, Hannover, Galerie Felix, Caracas / Venezuela, Goethe-Institut, Rom / Italien

1978 Kunst aus Hannover, Schloss Zeist, Utrecht / Niederlande

1979 BBK'79, Orangerie Hannover, Hannoversche Künstler, Olsztyn / Polen,

1980 Neue Sinnlichkeit, Ballhof-Galerie Hannover, Le Monde de Alphonse Chave, Lyon / Frankreich

1984 Biennale hannoverscher Künstler, Kunstverein, Neustadt a. Rbge., Herbstausstellung Kunstverein Hannover

1985 Städtische Galerie Kubus, Hannover, Galerie Bollhagen, Worpswede, Palais des Congrés, Perpignan / Frankreich

1987 40. Galerie Jubiläum der Galerie Alphonse Chave, Vence/Nizza / Frankreich

1989 Künstlergruppe PlasMa, Museum Szombathely / Ungarn

1990 Vertrauen ins Bild, Museum Bochum / Kunsthalle Kiel

1991 Thema: Arche, Wanderausstellung in Leipzig, Berlin, Hannover, Frankfurt/Main

1992 Künstlergruppe „Arche”, Hameln, Galerie am Markt, Halle, Galerie Himmelreich, Magdeburg

1995 BBK'95, Oldenburg

1996 Künstler verein(t) in Hannover, Living Art Museum, Opera Plage, Nizza / Frankreich 

2020 Zeitensprung, imago – Kunstverein Wedemark

Werke Beuermanns finden sich beispielhaft in folgenden in Ausstellungs-Katalogen:

 

1967 Nürnberg, Ars Phantastica im Schloss Stein

1969 Hannover, Deutscher Künstlerbund (DKB)

1970 Bonn, „Prisma”, (DKB)

1971 Stuttgart, (DKB)

1973 Berlin, „Kunstreport”, (DKB)

1976 Mannheim, „Kunstreport”, (DKB)

1982/83 Hannover, 69. Herbstausstellung Niedersächsischer Künstler (HNK) im Kunstverein Hannover

1988 Stuttgart, (DKB)

1988 Hannover, (HNK)

1990 Berlin, (DKB)

1990/91 Hannover (HNK) „Raumklima”

1991 Hildesheim, Bund Bildender Künstler (BBK), Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

1995 Oldenburg, (BBK) „Malerei, Grafik, Plastik”, Landesmuseum Oldenburg

(…) Wilhelm Beuermann begann abstrakt zu malen, um im Folgenden in seiner Kunst immer gegenständlicher zu werden. Dabei bedürfen die Begriffe in seinem Fall einer präzisen Konkretisierung. Die Gegenständlichkeit der Malerei Beuermanns wurde nie vom Ehrgeiz einer realistischen oder gar fotorealistischen Abbildhaftigkeit befeuert. Auch wenn seine späteren Bildgegenstände, Architekturen, Landschaften, Interieurs, Boote, Treppen, für den Betrachter stets zu identifizieren sind, und er ziemlich genau erkennen kann, auf welche Phänomene der Wirklichkeit sich diese Sujets beziehen, werden sie vom Künstler doch absolut artifiziell dargestellt. Sie sind getragen von einem Reduktionismus und zugleich Essentialismus von Form und Farbe, die sie sofort als Artefakte ausweisen. Als artistische Gebilde aus eigenem Recht, die zwar im Ursprung aus der Wirklichkeit kommen, deren Genese aber geprägt ist von einer tief greifenden Transformation. Sie verdankt sich einer genauen Beobachtung der Wirklichkeit und zugleich einer strengen künstlerischen Bearbeitung. Das heißt, die so genannten gegenständlichen Bilder Beuermanns sind im hohen Maß abstrakt, wenn man unter Abstraktion einen Malprozess versteht, der analog zur gedanklichen Operation des induktiven Denkens vom Konkreten zum Allgemeinen führt. Eben so wenig wie sich die platonischen Ideen von den Dingen in der Wirklichkeit finden lassen und sie als „Universalien” ein Eigenleben führen, eben so wenig kann der Betrachter darauf hoffen, die Bildgegenstände Beuermanns als solche in der Realität anzutreffen. Wenn nun die späteren gegenständlichen Bilder des Malers im Grunde abstrakt sind, wie sieht es dann mit den von der Kritik als abstrakt apostrophierten Bildern der Frühzeit aus? Sie haben einfach einen noch höheren Abstraktionscharakter als die späteren Bilder, da sie sehr oft überhaupt keinen konkreten Gegenstandsbezug mehr haben. Sie sind Produkte reiner Imagination. (...) 

Michael Stoeber

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