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Wissenswertes:

Katrin R. Tavernini
Man könnte diese Bilder zurecht als gegenstandslos bezeichnen, näherliegender wäre aber die These, dass die Farbe an sich ihr Gegenstand ist, die sie in all ihren verschiedenartigsten räumlichen und emotionellen Wirkungen darstellen will. Dabei spielt ihre gestische Malweise des einzelnen Bildfelds eine mehr als unterstützende Rolle. Wasser, Erde, Feuer, Luft. Und Licht. So wie alle Farben, leben auch die Farbfelder Katrin R. Taverninis erst in der Unendlichkeit des Lichts auf, das sich in einem ständigen, nie aufhörenden Dialog mit ihnen befindet. Im Laufe einer Stunde, im Laufe eines Tags, im Laufe einer Jahreszeit, im Laufe eines Jahres tritt das Licht anders in den Raum ein und somit auch auf die in den Raum verteilten Bildtafeln.
Michael Wolfson
1953 geboren in Wunstorf/Luthe

1971-76 Design– und Studium der Freien Malerei/Grafik an der FHS Hannover

1981-85 Kunststudium an der HBK Braunschweig

1985-88 Aufbaustudium Bildende Kunst HBK Braunschweig

1987 Gründungsmitglied des Kunst-und Kulturzentrums EISFABRIK Hannover

1992 Ausstellungsassistentin intern. Skulpturenprojekt „Platzverführung”, Kulturregion Stuttgart

1994-95 Projektbetreuung Medien-Kunst-Projekt „Stunde Null” der FH Hannover im Stadtraum Hannover

1997-2004 Lehrbeauftragte für Kunstprojektbetreuung an der FHS Hannover

seit 2005 Tätigkeit als Kunstdozentin bei verschiedenen Trägern und Institutionen

2013 Artist in Residence of Nagoya University of Arts/Nagoya und Takayama/Japan

seit 1983 zahlreiche Ausstellungen im In-und Ausland

Die Künstlerin lebt und arbeitet in Hannover und Italien



Arbeiten in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)


- Land Niedersachsen

- Stadt Hannover

- Stadt Lingen

- Stadt Uelzen

- Stadt Gehrden

- Stadt Wunstorf

- Regierungspräsidium Leipzig

- Zentral-u. Landesbibliothek, Berlin

- Städt. Galerie Villa Zander, Bergisch-Gladbach

- Stadt Fellbach

- Stadt Weinstadt

- Sparkasse Hannover

- Berufsförderungswerk Friedehorst, Bremen-Lesum

- NORD/LB Hannover

- Region Hannover

- Stiftungsmanagement der Sparkasse Hannover

- Kunstverein Neustadt e.V. Artothek

- Stadt-u. Landes-Zentralbibliothek, Dortmund

- Zentralbücherei der Stadt Aabenraa/Dänemark

- Ratsbücherei Hansestadt Lüneburg

- Nagoya University of Arts/Japan

- Bibliothek der Stadt Moers

Einzelausstellungen (Auswahl)


2020
KW Kunstraum Walshausen, Gut Walshausen, Bad Salzdetfurth

2017 Kunstverein Gehrden

2015 Emil-Nolde-Saal/Pyramide, Deutschen Zentralbücherei Apenrade/DK (P)

2013 Emil-Nolde-Saal/Pyramide, Deutschen Zentralbücherei Apenrade/DK (P)

2012 Gustav-Lübcke-Museum, Hamm

2010 Galerie in der Dankwardstrasse BLSK, Braunschweig
Emil-Nolde-Saal/Pyramide, Deutschen Zentralbücherei Apenrade/DK (P)

2008 FARBE-SINN-LICHT im Künstlerhaus Göttingen; Kunstverein Naumburg u. St. Wenzelkirche Naumburg/Saale (K/P); Schloß Landestrost, Neustadt (P)

2007 FARBEpur, Städtische Galerie Lehrte (P)

2006 Amtsgericht/Landgericht, Hannover (P)

2005 „FARBFELDER” Eisfabrik, Hannover (P)

2004 Foyergestaltung des Stiftungsmanagements der Sparkasse Hannover (K)

2003/04 Forum Region Hannover #1 ROT (P); Kunstverein Gehrden #2 BLAU; Kunstverein Wunstorf #3 GELB (K)
Globus Galerie, Leipzig

2001 Städtische Galerie Spectrum, Tettnang

2000 Globus Galerie, Leipzig
Galerie Lahl, Karlsruhe

1998 Kunstverein Friedberg, Wetterau-Museum Friedberg/Hessen, (K)
Städtisches Museum, Weinstadt/Baden-Württemberg

1997 Wandgestaltung Berufsförderungswerk Friedehorst, Bremen
„Totale Windstille” Kunstverein Wunstorf (K)

1996 Galerie KK im Fisch, Braunschweig
Europa-Haus, Leipzig
Globus Galerie, Leipzig
„Q.U.B.U.S.”, Kunstverein Hildesheim (K)
Grassimuseum, Leipzig

1995 Galerie 149, Bremerhaven

1994 Galleria alto Garda, Arco/Italien
Galerie Dröscher-Meyer, Düsseldorf

1993 „Variante 3x4”, Kunstverein Gehrden (K/P)
„Weiß im Quadrat – Schwarz im Quadrat”, Globus Galerie, Leipzig
Galerie Kunst+Raum, Hannover

1992 „Horizonte”, Galerie der Stadt Fellbach (P)

1991 Galerie Kunst+Raum, Hannover
Kulturfrühling, Neunkirchen /Hessen

1988 Kunstverein Kehl-Hanauer Land
KK Galerie, Braunschweig (K)

1987 „EX-TRAKT”, Eisfabrik, Hannover (K)
Kunstverein Uelzen
KK Galerie, Braunschweig

1984 Galerie Ars viva! Berlin
KK Galerie, Braunschweig
Galeria black ball, Trento/Italien

1983 Galerie Neuhausen, München
Galerie Ars viva! Berlin

1981 black ball gallery Trento/Italien

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)


2018
-Faszination Wasser-, KV Neustadt, Schloss Landestrost, Neustadt

2017 -Vom Wesen des Glücks-, Schloss Landestrost, Neustadt
-Heimat- Kunstverein Burgwedel-Isernhagen

2016 -Wildheit und Zähmung-, Schloss Landestrost, Neustadt

2015 Offene Ateliers, Babelsbergerstrasse, Berlin

2014 Im Kreuzgang, Kloster Mariensee/Neustadt
-Parallele Welten- Schauplatz für regionale Kunst, Hannover

2013 Art & Design Center, University of Arts Nagoya/Japan (P)
Tabakmagazin 10, Karlsruhe (K)

2012 -Im Quadrat- Ausstellung im Haus der Region, Hannover
-Wasser- Wintergärten V, Hannover (G/K)

2011 Tabakmagazin 8, Karlsruhe

2008 KompetenzCenter, H.-Linden (P)

2006 Concorso per opere d’arte, II. fase, Ministero Delle Infrastrutture, Roma/I
-Utopia – Gärten der Zukunft- Wintergärten IV, Hannover (G/K)

2005 ART-Frankfurt u. Kunstmarkt Dresden
Künstler der Galerie, Frankfurter Westend Galerie, Frankfurt

2004 -Garten der Lüste- Wintergärten III, Hannover (K)

2002 „by the way” Kunstverein Wunstorf (K)

2000 ART for EXPO: New York/NYC; Singapore; EXPO-Hannover; Vilnius; u.a. (K)
Sharjah Arts Museum, Sharjah/UAE
Globus Galerie, Leipzig (K)

1999 Positionen III, Kunstverein Neustadt (K)
Wintergärten II, Hannover (K)

1998 ART-Frankfurt

1997 Künstler-Seilerstrasse, Eisfabrik, Hannover (P)

1996 Kontraste, Breminale 91, Bremen

1991 Sammlung N. Ludwig, Städtische Galerie Kubus, Hannover
Arche - Ausstellungszentrum der Universität/Kroch Haus, Leipzig, Zweckverband Großraum Hannover, Jahrhunderthalle Hoechst, Frankfurt/Main (K)
„Tryptichon” Eisfabrik, Hannover (K)

1990 ...auf dem Weg..., Bonlieu, Annecy und Public et Culture, Paris/F (K)
Künstler der Eisfabrik, Hannover (K)

1985 Landesausstellung in der Orangerie, Hannover

1981 Freiraum Berlin, Berlin (K)

1975 Grafik aus Niedersachsen, Kunstverein Hannover(K)

K=Katalog, P=Plakat

Kataloge und Publikationen (Auswahl)

 

2017 Michael Stoeber, Katrin R. Tavernini, Malerei, KV Gehrden

2013 Ricarda Geib, Stuttgart, 10 Jahre -Tabakmagazin N°10- Karlsruhe

2008 Dr. Beatrix Nobis, FARBE-SINN-LICHT, Künstlerhaus Göttingen e.V
Prof. Dr. Marek Bobéth, FARBE-SINN-LICHT, Kunstverein und St.Wenzel Naumburg/Saale

2004 Dr. Michael Wolfson, „36 x 3 FARB-FELDER” Stiftungsmanagement der Sparkasse Hannover

2003/4 Michael Stoeber, FARB-SEhQUENZ #1 ROT, #2 BLAU, #3 GELB, Region Hannover

2000 Dr. Beatrix Nobis, „by the way”, Kunstverein Wunstorf e.V.
Prof. David Galloway, ART for EXPO Hannover: New York, Singapur, EXPO-Hannover, Vilnius u.a.
Dr. Lutz Tantow, Kunstbericht 2000, Braunschweig

1999 Kurt Märzhäuser, Positionen III, Kunstverein Neustadt e.V.

1998 Johannes Kögler, Kunstverein Friedberg/Hessen e.V., Wetterau-Museum
Dr. Beatrix Nobis „Q.U.B.U.S.”, Kunstverein Hildesheim e.V.

1997 Dr. Beatrix Nobis, „Totale Windstille” Kunstverein Wunstorf e.V.

1993 Prof. Lothar Romain, Hannover „Variante 3x4”, Kunstverein Gehrden e.V

Expeditionen ins Land der Malerei

Zum Werk von Katrin Tavernini


Von Michael Stoeber

 

Nicht wenige Künstler, und unter ihnen viele Maler, haben sich im kollektiven Gedächtnis der Kunstbetrachter oder, um mit André Malraux zu sprechen, in ihrem musée imaginaire durch eine singuläre und unverwechselbare Handschrift ihren Platz erobert. Ad libitum seien hier aufgeführt: die geschlitzten Leinwände von Fontana, die mit Inversionen operierenden Gemälde von Georg Baselitz, die an Piktogrammen sich orientierenden Werke von A. R. Penck, die monochromen Bilder von Yves Klein, die Pinselzüge von Niele Toroni, die Nagelwerke von Günther Uecker oder die Zahlenbilder von Roman Opalka. Lange Zeit mochte es für den Betrachter so aussehen, als ob auch Katrin Tavernini eine solche wieder erkennbare Handschriftlichkeit in ihren Werken anstrebt. Sie scheint in ihrem Werk in der Verbindung einer orthogonal gerasterten Komposition mit einer abstrakt monochromen, nicht selten gestisch grundierten Pinselschrift zu bestehen. In solcher Allianz zieht sie in bestechender Weise zwei divergierende Pole und Positionen in Welt und Wirklichkeit zusammen, wie sie auch für die Verfassung des Menschen charakteristischer nicht sein könnte. Denn die klare geometrische Raster- und Felderwirtschaft ihrer Werke wie deren Lineaturen lassen sich mühelos als Ausdruck cartesianischer und rationaler Eigenschaften verstehen, während die Farbmächtigkeit ihrer Bilder emotionale Wertigkeiten aufruft. Die Welt in Farbe sehen heißt, sie durch das Prisma des Gefühls sehen.

Ein solche Verknüpfung von gebändigter rationaler Komposition und gelöster emotionaler Farbigkeit hat auch ihre erste Ausstellung im Kunstverein Gehrden in den 1990er Jahren bestimmt, bei der sie zugleich in souveräner Weise mit ihren Werken auf die Architektur der Ausstellungsräume reagierte. Bei ihrer zweiten Ausstellung nun, mehr als zwanzig Jahre später, wird endgültig klar, was sich zuvor schon angedeutet hat: Die Werke dieser Künstlerin erschöpfen sich keineswegs in der Variation eines bereits Bekannten, sondern Katrin Tavernini probt in ihnen immer wieder den Aufbruch hin zu neuem malerischem Terrain. Das machen in Gehrden drei Werkserien deutlich, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Darunter die Bilderreihe, betitelt mit „Großes Blau” (2011), „Großes Rot” (2012), „Großes Grün” (2015), „Großes Weiß” (2016) etc. Sie ist eine Art work in progress, die sich seit 2008 über die Jahre entwickelt hat. Bei ihr steht die Konzentration auf jeweils eine einzige Farbe im Zentrum. Was nicht ausschließt, dass Tavernini zur Untermalung und zur Effektsteigerung durchaus auch zu anderen Farben greift. So hat sie beispielsweise für das „Große Blau” einen türkisfarbenen Untergrund aus Acryl gewählt, für das „Große Grün” eine orangerote Untermalung und für das „Große Weiß” eine Reihe verschiedener Farben von Gelb über Hellblau bis Orange.

In den nassen Bildgrund aus Acrylfarbe streut die Künstlerin trockene Pigmente, die sie mit dem Pinsel verreibt. In „Großes Blau” lassen sich u. a. Indigo, Pariser Blau und Ultramarin ausmachen. In „Großes Rot” sind es Orange, Zinnober, Rubinrot, Krapplack und Magenta. In „Großes Grün” erkennen wir Oxidgrün, Olivgrün, Russisch Grün und Hellgelbgrün. Und in „Großes Weiß” sind es Zinkweiß und Mischweiß als Acrylfarbe und Titanweiß in Pulverform. Sie alle verbinden sich in diesen Bildern zu unterschiedlichen Texturen und Anmutungen, glänzenden und stumpfen Oberflächen, dunklen und hellen Farbräumen. Das lastende Blau, das brodelnde Rot, das aufbrechende Grün und das eisige Weiß künden von einer Welt im Werden. Sie ist in ständiger Bewegung und Veränderung. Wenn aus dem Grün des Gemäldes Rottöne oder aus seinem Weiß Blautöne hervorbrechen, wird unser Auge zu immer neuen Entdeckungen eingeladen. Das ist auch in der Serie der „Ausschnitte” aus 2016 der Fall, in der Katrin Tavernini an ihre Strategie anknüpft, orthogonale Bildfelder und gestische Malerei miteinander zu vereinen. Ihre Bildtafeln, stets drei in einem Werk und zumeist verschieden groß im Format, sind entweder in der Horizontalen oder in der Vertikalen miteinander verbunden. Dabei führen die wechselnden Allianzen zu ganz und gar unterschiedlichen Effekten und Eindrücken.

Bei den horizontalen Verknüpfungen denkt man an Himmel und Horizonte, bei den vertikalen an Architekturen und Armierungen. Tavernini entfaltet in ihnen eine raffinierte Licht- und Farbregie. In einer horizontalen Rot-Tafel steigert sie das Kolorit von Hell nach Dunkel, in anderen Tafeln stehen Hell und Dunkel kontrastierend und spannungsvoll gegen- und nebeneinander. So, wenn in einer weiteren Horizontalkomposition ein rosafarbener von zwei nachtblauen Himmeln gerahmt wird oder wenn in einer Vertikalkomposition graugrünes Licht schütter zwischen zwei schwarzen Wänden hervorbricht. Der horizontale und vertikale Bildduktus der Verfertigung bestimmt auch Katrin Taverninis neue Bildserie aus 2016 und 2017. Nur, dass sie hier Öl auf Acryl verwendet und jede domestizierende Bildgliederung unterlässt. Auch die von ihr genutzten Pinsel und Rakel gehen gleichsam entfesselt zu Werke. Wobei sie faszinierende, energetische Farblandschaften schaffen, die uns einmal mehr die Chance für Entdeckungen bieten. In „Rot vertikal” (2017) lodern in der Versammlung unterschiedlicher Rottöne alle möglichen Leidenschaften auf, während in „Zartgrün horizontal I und II” (2016) sich der Aufruhr der Gefühle legt, um einer inneren Sammlung Platz zu machen, die gleichwohl noch manch unterdrückte Turbulenzen kennt. In „Blau vertikal” (2017) treten diese dann ein in eine Balance aus Sturm und Stille, die anzustreben ein „Ziel, aufs Innigste zu wünschen”, ist.

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