Kontaktadresse:

Springhornhof
29643 Neuenkirchen

E-Mail: info(at)hawoli.de

Wissenswertes:

Wikipedia-Artikel Hawoli
HAWOLI

Die Themen zu meinen bildhauerischen und fotografischen Arbeiten entwickeln sich meist durch Beobachtungen und Erfahrungen aus erlebten Situationen.

Parallel zu den Skulpturen versuche ich seit 1973 mittels der Fotografie die Konzepte "Zeit, Bewegung, Veränderung" bildhaft darzustellen und seit 2005 durch analoge Fotobearbeitungen geologische Strukturen aus Steinbrüchen offenzulegen. Sie werden so zu Metaphern des Zeitlichen.

Auf Büttenpapier und Steinplatte scheint hier die Fotografie sich mit der Malerei zu vermischen.

2008, HAWOLI

1935  geb. in Bleckede

1956/57 Ingenieurstudium

ab 1958 Folkwangschule, Essen

1964  Ostende, prix europe de peinture, Médaille d‘argent
Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen

1968 Stipendium des Kulturkreises der Deutschen Industrie

ab 1968 Kunststoffobjekte

ab 1973 Objekte aus Holz, Fotoserien

Mitglied im Deutschen Künstlerbund

ab 1978 Skulpturen aus Stein und Stahl, Fotoarbeiten

1985 Niedersächsisches Künstlerstipendium

1990 Studienaufenthalt Cité Internationale des Arts, Paris

ab 2002 Fotoarbeiten auf Stein und Bütten

2014 Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst, Leuphana Universität Lüneburg


lebt in Neuenkirchen/Soltau

Einzelausstellungen (Auswahl)


1963
Bochum, Galerie Falazik

1964 Essen, Forum

1966 München, Galerie Heseler

1971 Unna, Kunstverein Kreis Unna

1975 Neuenkirchen, Galerie Falazik

1976 Oldenburg, Kunstverein (mit Baukhage)

1977 Karlsruhe, Badischer Kunstverein Prospekt

1982 Neuenkirchen, Kunstverein Springhornhof

„Gegen Steine“ (mit N. Gerhart)

1987 Freiburg, Kunstverein, Colombi-Park „erstarrte Visionen“

1989 Ganderkesee, Kunstverein

1990 Wasserburg/Inn, Galerie im Ganserhaus und Skulpturenweg

1992 Schöningen „Skulpturen im Park“

1993 Schöningen, Kunstförderverein

Mannheim, Kunsthalle

1994 Bremen, Städt. Galerie im Buntentor

1995 Neuenkirchen, Kunstverein Springhornhof

1998 Ganderkesee, Kunstverein

1999 Lüneburg, Kulturforum

2002 Braunschweig, Botanischer Garten der TU, Skulpturen

2003 Zeven, Städt. Galerie im Königin-Christinen-Haus

2005 Lüneburg, Kulturforum

2006 Uelzen, Kunstverein, Skulpturen 1979-2006

2007 Hannover, Galerie vom Zufall und vom Glück

2009 Bleckede, Schlosspark, Skulpturen 1984-2006

2011 Rotenburg, Kunstverein

2014 Tosterglope, Kunstraum „Landrand“

Lüneburg, Kunstverein „Landrand“ mit Müller u. Matthies

Walsrode, Kloster

2015 Kunstverein Rotenburg/Wümme und Kunstverein Springhornhof

2017 Kunstverein Buchholz/Nordheide

 

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

1964 Ostende, Kursaal „prix europe de peinture“

1965 Münster, Westfälischer Kunstverein

1966 Deutschland, England, Wanderausstellung „Neue Deutsche Grafik“

1967 München, Städt. Galerie im Lenbachhaus,

Recklinghausen,Kunsthalle „Collage 67“

1969 Kassel, Museum Fridericianum „Operationen“

Duisburg, W.-Lehmbruck-Museum „Industrie und Technik in der deutschen Malerei“

Göteborg, Galerie Karneol „Plasten i Kosten“

1971 Hannover, Kestnergesellschaft, Jahresgaben

Braunschweig, Kunstverein/Schlosspark „Plastiken und Objekte“

Hannover, Straßenkunst 3 Objekte „Schrauben“

Hildesheim, Roemer-Pelizaeus-Museum „Kinetische Kunstobjekte“

1972 Essen, Museum Folkwang „Szene Rhein-Ruhr 72“

Neuenkirchen, Galerie Falazik „Aktion Heidebild“

Münster, Westfälisches Landesmuseum „Kunst 72“

Recklinghausen, Kunsthalle „Multiples“

1973 Wanderausstellung, Institut für Auslandbeziehungen, Stuttgart „Multiples“

Neuenkirchen, Galerie Falazik „reale und irreale räume“

Lindau, 2. Plastik-Symposion

1974 Rottweil, „Kunst in der Stadt“ Skulpturen

1975 Neuenkirchen, Galerie Falazik „FOTO-FILM-VIDEO“ Deutsch-Französisches-Symposion

Paris, Musée d´ Art Moderne ARC 2

Székesfehérvár, István király Múzeum Contemporary Art in Privat Collections

1976 Baden-Baden, Staatliche Kunsthalle „Holz = Kunststoff“

Kassel, Fotoforum „Fotografie als Kunst- Kunst als Fotografie“

1977 Freiburg, Kunstverein / Colombipark „Holzbildhauer-Symposion“

Neuenkirchen, Galerie Falazik „Material aus der Landschaft - Kunst in die Landschaft“

Hannover, Kunstverein „Hommage á Schwitters“

1978 Neuenkirchen, Galerie Falazik „Zwei Steine sind nie gleich“

Bremen, Weserlust Symposion

1979 Oldenburg, Schlossgarten „Plastik im Freien“

Freiburg, Kunstverein „Holz und Kunst“ Symposion

München, Stadtmuseum „Dimension 79“ Plastische Arbeiten unserer Zeit

1980 Rottweil, Freiburg, „Koffer für Rottweil“

1981 Stuttgart, Württenbergischer Kunstverein „Natur – Skulptur“

Bonn, Städt. Kunstmuseum, Recklinghausen,Kunsthalle, „Kunst für den Bund“

1982 Ljubljana, Moderna galerija „Junij 82“

1983 Bonn, Rheinisches Landesmuseum , Marseille, Parc Chanot Deutsch-Franz. Jugendwerk

„Egal, Hauptsache gut“ Bremen, 4. Bremer Skulpturenausstellung „Skulptur und Farbe“

1984 Herford, Kunstverein, Baden-Baden, Alter Bahnhof „Kunstlandschaft Bundesrepublik“

1985 Bremen, Kommunale Galerie „Kunstfrühling 85“

Bremen, 5. Freiskulpturen-Ausstellung „Im Park – Die Gegenwart der Skulpturen“

Heidelberg, Kunstverein „Der Baum“

1986 Merzig, Symposion „Steine an der Grenze“

1987 Goslar, Mönchehaus Museum „Profile, Impulse 3“

Kaiserslautern, Internationales Steinbildhauer Symposion

1988 Oldenburg, Schlossgarten „Plastik im Freien“

Bremen, GAK „Kunstfrühling ´88“ Bildende Kunst in Bremen

Paris, Centre Culturele Yougoslave „Sélection de Photos de la Collection Junij“

1989 Nordhorn, Städt.Galerie „Künstler in Niedersachsen 2“ Ankäufe des Landes

1990 Wasserburg / Inn, Skulpturen Weg

1993 Leverkusen, Museum Morsbroich, Berlin, Haus am Waldsee,

1994 Mannheim, Städt. Kunsthalle, „Am Beispiel Plastik „Konzeption und Form“

1996 Schwetzingen, Kunstverein Skulpturen im Stadtraum „IM WEGE STEHEND III“

1997 Rottweil, Forum Kunst „Künstler machen Schilder für Rottweil“

1999 Strodehne, Kunsthaus Symposion „Stein-Stahl“

2000 Langenhagen, Kulturstiftung „99 Standpunkte - Skulpturen“

Velbert-Langenberg, Kunsthaus „Tuchfühlung 2“

2002 Heidelberg, Kunstverein „Der Berg“

2007 Gelsenkirchen, Kunstverein „Kunstpreisträger“

2010 Lenthe, Ober-und Untergut „Survival“

2012 Ulm, „1.Skulpturen-Sommer im Botanischen Garten und INSIDE“ StadtRegal

 

Deutscher Künstlerbund: Aachen, Bonn, Berlin, Bremen, Dortmund, Frankfurt, Hannover, Mainz, Mannheim, Nürnberg, Stuttgart

Sven Nommensen, Mario Fuhse: „HAWOLI. Störungen und Verwerfungen“ Katalog Kunstverein Buchholz/Nordheide 2017

Mario Fuhse, Bettina v. Dziembowski: „HAWOLI“, Katalog Kunstverein Springhornhof Neuenkirchen, Verlag der Kunst Dresden 2015

Sigrid Vierck: „Natur-Kultur. HAWOLI“, Katalog Kloster Walsrode 2014

„Survival“ NEUE KUNST IN ALTEN GÄRTEN, Gerden-Lenthe Katalog 2010

Ulrich Krempel u.a.: „HAWOLI. Zeitspuren“, Katalog Kulturforum Lüneburg 2005

Hans-Joachim Manske: „HAWOLI“ Katalog, Städtische Galerie im Königin-Christinen-Haus, Zeven 2003

„Der Berg“, Heidelberger Kunstverein, Kehrer Verlag 2002

Sigrid Wollmeier: „Natur-Kunst – Künstlersymposien in Deutschland“, Michael Imhof Verlag 2002

„Projekt Kunst – Landschaft 1967 – 2000“ Kunstverein & Stiftung Springhornhof, Neuenkirchen, Verlag für moderne Kunst Nürnberg 2001

„99 Standpunkte, Skulpturen in Langenhagen“, Kulturstiftung Langenhagen e.V., Verlag Depelmann 2000

Ingo Keimer, Lothar Romain, Ludwig Zerull: „BauArt, Künstlerische Gestaltung staatlicher Bauten in Niedersachsen“, Verlag Th. Schäfer 1999

Barbara Claassen-Schmal: „Ein ungewisser Zustand der Ruhe II“ HAWOLI Katalog, Kulturforum Lüneburg 1999

Hans-Joachim Manske: „ein ungewisser Zustand der Ruhe I“ HAWOLI Katalog, Kunstverein Ganderkesee 1998

Anne Hoormann: „Land Art, Kunstprojekte zwischen Landschaft und öffentlichem Raum“, Dietrich Reimer Verlag 1996

Gesa Bartholomeyczik: „Materialkonzepte, Die Kombination von Materialien in der deutschen Plastik nach 1960“, Verlag Peter Lang 1996

Udo Weilacher: „Zwischen Landschaftsarchitektur und Land Art“, Birkhäuser Verlag 1996

Hans Jürgen Buderer, Eberhard Kulenkampff: HAWOLI in „Skulpturen“ Werkverzeichnis, Kunstverein Springhornhof Neuenkirchen 1995

Inge Herold: HAWOLI in „Am Beispiel Plastik – Konzeption und Form“ Hrsg. Rolf Wedewer, Wienand Verlag 1993

Ursula Meyer Rogge: „HAWOLI“ Katalog, Kunstförderverein Bildende Kunst Schöningen 1993

Inge Herold, Hans-Joachim Manske, Thomas Wagner: „HAWOLI“ Katalog, Kunsthalle Mannheim und Städt. Galerie im Buntentor Bremen 1993

Ludwig Zerull: „Kunst ohne Dach“, Skulpturen im Stadtbild Hannovers, Verlag Th. Schäfer 1992

Hans-Joachim Manske: HAWOLI „Im Widerstreit der Kräfte“, NIKE Spezial 2/1992

Ingeborg Flagge: „Kunst im öffentlichen Raum“, Der Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl Krämer Verlag 1991

Volker Plagemann „Kunst im öffentlichen Raum, Anstöße der 80er Jahre“, Kulturbehörde Hamburg, DuMont Buchverlag Köln 1989

Thomas Wagner: „HAWOLI“ Katalog, Kunstverein Ganderkesee 1989

„Das Bildhauersymposion“ Verlag Gerd Hatje, Stuttgart 1988

„Kunst in der PTB“ Katalog, Physikalisch-Technische Bundesanstalt Braunschweig, Verlag f. neue Wissenschaft GmbH 1987

Volker Bauermeister: HAWOLI „Erstarrte Visionen“ Katalog, Kunstverein Freiburg 1987

„Profile, Impulse 3“ Niedersächsische Künstlerstipendiaten, Katalog, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kunst 1987

Eckhard Schneider: HAWOLI Edition „libri artis“, Niedersächsisches Ministerium f. Wissenschaft u. Kunst, Verlag Th. Schäfer 1986

„DER BAUM in Mythologie, Kunstgeschichte und Gegenwartskunst“, Heidelberger Kunstverein Edition Braus 1985

„Im Park: Die Gegenwart der Skulpturen – Skulptur der Gegenwart“ Einführung Knut Nievers, Der Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst Bremen 1985

„KunstLandschaft Bundesrepublik“ Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine, Ernst-Klett-Verlag Stuttgart 1984

„Skulptur und Farbe“ Katalog, Der Senator für Wissenschaft und Kunst in Bremen 1983

Michael Fehr: „Gegen Steine“ Katalog, Kunstverein Springhornhof Neuenkirchen 1982
„Egal, Hauptsache gut“ Deutsch-Französisches Jugendwerk, Bonn 1983

Andreas Vowinckel: HAWOLI Katalog, Galerie Falazik Springhornhof Neuenkirchen 1981

Andreas Vowinckel: „Natur-Skulptur“ Katalog, Württembergischer Kunstverein Stuttgart 1981

Hans- Joachim Manske: „Kunst im öffentlichen Raum in Bremen“ 1977-1980, Dokumentation, Verlag J.H.Schmalfeldt Bremen 1980

„Dimension 79“ Plastische Arbeiten unserer Zeit, Katalog, Philip Morris GmbH München 1979

Heinz Thiel: „Zwei Steine sind nie gleich“ Katalog, Symposion Galerie Falazik Springhornhof Neuenkirchen 1978

Heinz Thiel: „Beobachtungen“ HAWOLI Prospekt, Badischer Kunstverein Karlsruhe 1977

„Hommage à Schwitters“ Katalog, Kunstverein Hannover 1977

„Holzbildhauer-Symposion“ Katalog, Kunstverein Freiburg 1977

Jürgen Weichhardt: „Material aus der Landschaft – Kunst in die Landschaft“ Katalog, Galerie Falazik Springhornhof Neuenkirchen 1977

„Holz = Kunst-Stoff“ Katalog, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1976

Jürgen Weichardt: „Holz – real und realistisch“ Katalog, Oldenburger Kunstverein 1976

HAWOLI „objekte – fotoserien“ Katalog, Galerie Falazik Springhornhof Neuenkirchen 1975

„foto-film-video“ Deutsch-Französisches Symposion, Katalog, Galerie Falazik Springhornhof Neuenkirchen und ARC 2 Musée d’art moderne de la ville de Paris 1975

„Kinetische Kunstobjekte“ Katalog, Roemer-Pelizaeus-Museum Hildesheim 1971

Jürgen Weichardt, Frank Göhre: HAWOLI Katalog, Kunstverein Kreis Unna e.V. Unna 1971

„Operationen im Museum Fridericianum“ Realisation von Ideen, Programmen und Konzeptionen, Katalog, Kassel 1969

„Industrie und Technik in der deutschen Malerei“ Katalog, Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg 1969

HAWOLI greift in seinem Werk über die Jahre in langen Bögen immer wieder gleiche Themen auf, macht immer wieder identische Materialien zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Die Fotografie ist dabei, neben der Arbeit mit Stein und Metall, wichtiges Medium. In den fotografischen Arbeiten, sämtlich analog, hat er seit den Siebziger Jahren seine listigen Strategien des Kommentars und des Verwirrens des Betrachters entwickelt. Unvergessen seine Darstellungen von skulpturalen Ereignissen in der Natur, die gleichsam gegen jede natürliche Möglichkeit den Betrachter verwirrten und Unmögliches zur Form werden ließen; geknotete Bäume etwa, oder skulpturale Ereignisse, die sich gegen jede statische Gesetzmäßigkeit entwickelten.

Ein weiteres Thema des Künstlers über die Jahre ist die Zeit. Dass Kunstwerke eine konkrete Eigenzeit besitzen, eine, die in Ihnen ruht und die von ihrem Entstehen und ihrem Gewordensein erzählt, ist dabei nur das Eine. Alle Werke von HAWOLI schließen diesen Aspekt von Zeit ebenso ein wie die Werke anderer Künstler; aber in HAWOLIs bildhauerischer Arbeit gibt es immer wieder auch jenes Verweisen auf eine historische Zeit hin, die der Künstler in seinem Werkstoffen entdeckt. In den Steinen, mit denen er seit Jahrzehnten arbeitet, zeigt er immer wieder Spuren einer anderen Zeit. So auch in dem Jura-Marmor, der in den neuesten Arbeiten, den Zeitspuren, Verwendung gefunden hat. Hier sind eingeschlossene Meerestier- und Pflanzenreste zu finden, die vor Jahrhundertmillionen in den sich ausbildenden Steinformationen unter großem Druck eingeschlossen wurden.

HAWOLI als ein Künstler, der in großen Zusammenhängen denkt und lebt, der die Arbeitsteiligkeit unseres Lebens bewusst für seine Werke nutzt, hat sich in den Zeitspuren in drei Stationen auf Zeitelemente seines Materials bezogen. In Zeitspuren Jura I von 2003/2005 treten wir vor sechs mit Fotoemulsionen beschichtete Kalksteinplatten, auf denen der Künstler fotografische Informationen über verschiedene Aggregatzustände des Meeresbodens in Küstennähe während der Gezeiten festgehalten hat. Die sechs Stufen zwischen Ebbe und Flut, zwischen der Anwesenheit von Wasser und dem Trockenfallen des Geländes korrelieren dabei mit Arbeitsspuren des Auftragens der Bildemulsionen; die einzelnen Stufen, sämtlich – wie auch die weiteren Zeitspuren – aus einem Block herausgeschnitten, fügen sich denkbar zu einem harmonischen Ganzen, zu einer kompakten Gesamtform zusammen, erzählen aber in ihrem Aufgeschnittensein von den einzelnen Stufen eines kontinuierlichen Ablaufs.

So kommt Zeit in diese Arbeit, die in ihren einzelnen Schritten von ihrem eigenen Gewordensein erzählt. HAWOLI schlägt, ganz unprätentiös und undidaktisch, einen schnellen Bogen zurück in die Entstehungszeit des Werkes, schließt die historische Zeit des Gewordenseins des Materials ein in die rhythmisierte Darstellung des Gemachtseins des Werkes. Daß hier der Künstler die einzelnen Scheiben hat schneiden lassen, daß auf seine Veranlassung eine solche Rhythmisierung entstanden ist, und dass er die einzelnen Stufen der Zustände des Meeres diesen Scheiben hinzugefügt hat, erschließt sich dem Betrachter wie von selbst.

Eine andere Herangehensweise ist in der Arbeit Zeitspuren Jura II gewählt; die neun Kalksteinplatten, wiederum mit Fotoemulsion beschichtet und mit Fotografien versehen, stehen in einem Stahlgestell hintereinander; wie ein Lager von einzelnen Informationen, in das wir leicht schräg Einblick nehmen können, erzählen sie die Geschichte der Annäherung an den Steinbruch im Gelände. Das Näherkommen ist in einzelnen Schritten dargestellt, die Annäherung an die schweren Maschinen, mit denen der Abbau geschieht, die Bearbeitung der Platten, ihr Schneiden. In solchen Schritten, rhythmisiert, nähern wir uns dem Material, seinem heutigen Ort; haben wir noch in Zeitspuren I den Ort in einer früheren, historischen Dimension erlebt, so trägt uns Zeitspuren II in die Jetztzeit. Ein Weg wird da beschritten von der Horizontalen in die Vertikale, die die Annäherung erlaubt an die schließliche Realisierung in Zeitspuren Jura III. 

Der Tisch, vor dem wir schließlich stehen, hat die höchste Präsenz; hier ist nichts mehr Erzählung. Der Tisch mit seinen zwei Platten ist deutlich sichtbar vom Künstler mit der Hand bearbeitet, die Emulsion und das fotografische Bild sind in starken malerischen Arbeitsspuren auf diese Tischplatten aufgetragen. Vor uns liegt das Abbild des Meeresbodens. Beide Platten fügen sich in der Mitte jedoch nicht völlig zusammen, lassen einen geraden Spalt offen, durch den das Bild geteilt wird sowie die Konstruktion des Tisches und der Boden gleichermaßen sichtbar sind. HAWOLI beschönigt nichts, baut keine Illusionen. Er macht auch hier deutlich, wie die Bedingungen des Gebauten aussehen, läßt die Schleifstellen des Gestells ebenso erkennen wie die Arbeitsspuren auf den Tischplatten. Und gleichzeitig nimmt dieser Tisch mit seiner Einladung auf das Niederlassen an ihm einen historischen Diskurs auf, der über die beiden anderen Stationen der Zeitspuren schon begonnen hat. An diesem Tisch können wir uns niederlassen, an ihm haben wir unser Hier und Jetzt; wir bringen unsere Zeit ein in das Werk, das so neben der historischen Zeit der Entstehung des Material und jener Zeit der Entstehung des Kunstwerks in unserer Jetztzeit ankommt. In Zeitspuren III ist so die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen realisiert, der Künstler und sein Werk in all seinen Dimensionen ganz bei uns angekommen.

Ulrich Krempel, 2005

ESC
Linking between the search fields: