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Ballett orange

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Bibliografische Daten

fullscreen: Ballett orange

Angaben zum Werk

Titel:
Ballett orange
Entstehungsjahr:
2004
Künstler-/in:
MD_KUEPO_SAMMLUNG_NAME: | Alle Werke
Ort:
MD_KUEPO_ORT_TEXT: (Kassel)
Kategorie:
Installation
Technik:
Assemblage
Maße:
Höhe: 800 cm
Breite: 400 cm

Beschreibung

Beschreibung:
MD_KUEPO_BESCHREIBUNG_TEXT:
Weithin und für alle sichtbar anlässlich der Museumsnacht.
Die in eine 'Baustelle' verwandelte neoklassizistische Stadthallenfassade. Eine Baustelle kennt jedermann als
Teil der alltäglichen Lebenswirklichkeit, und so wird wohl mancher Passant das, was er zwischen zweien der
sieben Interkolumnien in der Säulenfront aufgebaut sah, für eine Maßnahme gewöhnlicher Bauunterhaltung
angesehen haben. Dort sah man zwei Gerüste eingestellt, auf deren vier oberen Etagen je vier her-
kömmliche Mörtelmischmaschinen standen, deren rotierende Trommeln das üblich lärmende, wenig
angenehme Arbeitsgeräusch machten. Einem genauen und mit derartigen Alltäglichkeiten vertrauten
Beobachter wäre sicher das ungewöhnliche Rot der acht Mischmaschinen aufgefallen, auch die stattliche
Anzahl und ihr Ort hätten stutzig machen müssen. Was haben diese Maschinen, die ständig mit Sand,
Zement und Wasser zu beschicken sind, auf hohem Gerüst, ohne Leiter und Kran, zu suchen? Und was
überhaupt sollte mit der Menge Mörtels, die dieses Großaufgebot zu liefern versprach, an der massiven
Sandsteinfront geschehen, wo es allenfalls schadhafte Fugen zu füllen gab?Also auch hier, wo wir es mit
‚Echtheit’ der Dinge zu tun haben gegenüber den besagten Attrappen für Grabstelen und Raketen, für
Totenschädel und Ewige Lichter und was sonst die Attrappen in uns für innere Bilder hervorrufen, ist es mit
der Echtheit nicht weit her,wohlgemerkt mit der Echtheit der Situation. Tatsächlich könnte diese kaum
unechter sein(sonst hätte sie auch nichts mit Kunst zu tun), man muss es nur sehen! Und das lehrt uns
dieses Baugerüst an der Kasseler Stadthalle, das zudem für die Arbeit bei Nacht– das heißt:nicht für die
Bauarbeiter, sondern für niemanden anders als uns– zusätzlich beleuchtet war.Die Mimesis der Wirklichkeit
bleibt in subtiler Weise also auch hier in Geltung, weil die‚Wirklichkeit’ der Baustelle an der
Stadthallenfassade die Wirklichkeit einer bloßen Show(Fiktion!) besitzt, bei der der (reale!) Baustellenlärm
nur den nötigen Theaterdonner macht.Und hiermit kommen wir von unseren bislang eher
erkenntnistheoretischen Betrachtungen Delleg’scher Arbeiten zu deren ästhetischen Werten. Allzu rasch wird man, wie wir eingangs bemerkten, vom Pathos ihrer motivisch gesättigten Fülle, ja Überfülle emotionell
betört und auf lieb gewordene oder vertraute oder auch unvertraute, ja sogar verabscheute Pfade geschickt–
und vernachlässigt dabei leicht ihre spezifisch künstlerischen Prinzipien, ihre Regeln, ihre nachgerade
rigoristische Strenge. Das auffälligste Merkmal Delleg’scher Kunst, ihr ‚Markenzeichen’, ist die Wiederholung
eines Elementes oder besser: dessen Multiplikation.

Dr. Berthold Hinz.

MD_KUEPO_BESCHREIBUNG_ZITIERT_AUS:

Weitere Informationen

Lizenz der Metadaten:
Lizenz der Objektdaten:
kein Copyright / Public domain (CC0 1.0)
Persistente URL:
https://doi.org/10.25362/kupo.6580da7d-c7e0-48a6-9885-4680f81936e7

Lizenz:
Bildrechte: Josefh Delleg / VG Bild-KunstLizenz-URL: http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/Fotograf:
Josefh Delleg / VG Bild-Kunst
Bildrechte: Josefh Delleg / VG Bild-KunstLizenz-URL: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/deed.deFotograf:
Josefh Delleg / VG Bild-Kunst

Beginning of Existence

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